|
Familie Rothschild Geschichte
Familie Rothschild ist eine der bekanntesten jüdischen Familien Europas. Sie war nicht nur die einflussreichste Bankiersfamilie des 19. Jahrhunderts, sondern sie wurde auch durch Theaterstücke, Karikaturen und antisemitische Propaganda berühmt. Die Ursprünge der Familie liegen in Frankfurt am Main in der Judengasse. Um 1750 ließ sich Moses Amschel in dem dortigen Haus zum Rothen Schild nieder und eröffnete ein Geschäft für Münzhandel, Geldwechsel, Textilhandel und Goldschmiedekunst. Sein Sohn Mayer Amschel, der als Bankgehilfe bei den Oppenheimers in Hannover arbeitete, nannte sich später Mayer Amschel Rothschild, nachdem er zurück nach Frankfurt gekommen war, um das Geschäft seines verstorbenen Vaters weiterzuführen. Der Name geht angeblich von dem roten Schild aus, welches vor dem Familienstammhaus hing. Das Wappen zeigt fünf sich kreuzende Pfeile, die jeweils für einen Sohn der Mayers stehen, die das Werk des Vaters erfolgreich weiterführten. Mit Mayer Amschel begann der Aufstieg der Familie. Während er in Frankfurt blieb, ließen sich seine Brüder in London, Paris, Neapel und Wien nieder. Damit hatten sie großen Einfluss vor Ort auf die verschiedenen europäischen Städte. Sie stimmten ihre Geschäfte immer aufeinander ab.
Ursprünglich hatte die Familie gar nichts mit Wein zu tun. Erst 1853 erwarb Nathaniel Rothschild das Weingut Château Brane-Mouton in Frankreich und nannte es in Château Mouton Rothschild um. 1868 kamen noch Château Lafite-Rothschild und 1873 Château Clarke dazu. Später kamen immer mehr Anbaugebiete hinzu unter anderem auch in Chile, Argentinien und Portugal.
Château Mouton-Rothschild
Château Mouton-Rothschild ist eines der berühmtesten Weingüter der Erde. Es befindet sich in Pauillac nahe Bordeaux und hat 82 ha Fläche für den Rebanbau. Davon sind 77% mit Cabernet Sauvignon, 11% mit Merlot, 10% mit Cabernet Franc und 2% mit Petit Verdot bepflanzt. Außerdem gibt es noch einen etwas kleineren Anteil an Weißwein. Jährlich werden ca. 300.000 Flachen mit Erstwein gefüllt. Daneben gibt es noch den Zweitwein Le Petit Mouton.
1920 erbte Philippe de Rothschild das Gut und überlegte sich, wie er die Qualität der Weine steigern könnte. Vorher war es üblich, den Wein in Fässern an den Händler zu liefern, der ihn dann selber abfüllte, was nicht immer für gute Qualität sorgte. Daher kam Philippe auf die Idee, alle Schritte der Produktion selber zu machen und damit auch den Wein selber in Flaschen abzufüllen.
Heute gibt es ein Museum, außerdem kann man die Kellerei-Anlagen besichtigen und selten auch die unterirdischen privaten Weinkeller. Seit 1945, als der damalige Kellermeister Raoul Blondin einen massiven, öligen, gewaltigen Wein abfüllte, wurde jährlich ein Künstler beauftragt, die Etiketten zu gestalten.
Château Lafite-Rothschild
Das Gut liegt in Norden von Pauillac nahe der Gemeinde Saint-Estèphe und neben seinem Schwestergut Château Mouton-Rothschild. Es besteht aus einer 100 ha großen Rebfläche, die zu 70% mit Cabernet Sauvignon, zu 25% mit Merlot, zu 3% mit Cabernet Franc und zu 2% mit Petit Verdot bestockt ist. Durchschnittlich werden etwa 500.000 Flaschen jährlich produziert, einschließlich des Zweitweins "Carruades de Lafite".
Baron James Rothschild erwarb das Gut 1868 bei einer Versteigerung wegen der Erbfolge von Ignace-Joseph Vanlerberghe für umgerechnete 4.700 uro. Zu dieser Zeit bestand das Gut aus 74 ha Reben. Drei Monate später erbten seine drei Söhne das Gut, weil Baron James Rothschild gestorben war.
1940 ließ sich eine deutsche Garnison auf den beiden Gütern Château Lafite-Rothschild und Château Mouton-Rothschild nieder, besetzte die Güter der Familie und stellte sie unter öffentliche Verwaltung. Bei einer Enteignung wurden die Güter zu Landwirtschaftsschulen gemacht. Dadurch gingen viele alte Flaschen verloren, die geplündert wurden. Ende 1945 nahmen die Rothschilds das Château wieder in Besitz und bauten es erneut auf.
Château Clarke
Château Clarke ist ein 130 Hektar großes Weingut der Familie Rothschild in Listrac auf der Halbinsel Médoc bei Bordeaux. Mönche pflanzten im 12. Jahrhundert die ersten Rebflächen auf dem Gut. Als Familie Clarke das Château im Jahr 1750 übernahm, benannte sie es nach dem Familiennamen. 1978, nachdem Familie Rothschild das Gut übernommen hatte, wurden die alten Weinpflanzen herausgerissen und der Boden wurde komplett neu bepflanzt. Der Wein des Guts ist in Deutschland kaum bekannt. Der größte Teil wird in England und den Benelux-Ländern genossen.
|