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Der Gründungsvater der heutigen Weinkellerei P. Schneekloth Söhne war Peter Schneekloth, der 1784 in Barsbek geboren wurde und 1844 in Kiel starb. Bevor er sich Mitte 1815 in Kiel, damals einer Hafenstadt mit weniger als 10.000 Einwohnern, niederließ und 1816 in der Vorstadt 236 „eine Wein-, Bier- und Branntweinschänke nebst sitzenden Gästen“ eröffnete, war er Schiffer.
Es ist davon auszugehen, dass er ein Mann war, der die Zeichen seiner Zeit erkannte. Durch die napoleonische Blockade seit 1803 wuchs die Bedeutung Kiels als Ausfuhrhafen und diese positive Entwicklung wurde erst durch den Kieler Frieden von 1814 gestoppt.
Peter Schneekloth ging also mit der Konjunktur, als er vom Schiffer, das heißt vom Seemann, zum Kaufmann und Gastronomen wurde, um in seinem Betrieb zu allen möglichen Gelegenheiten und Anlässen „… französische, spanische wie auch übrige gewachsene und gemachte blanke und rothe, wie auch alle und jede Sorte feine Weine … zu verkaufen, im gleichen allerhand Branntweine und fremde Biere … (in Gefäßen aller Art) … zu verhandeln, zu verkaufen … und auszuschenken“.
Dies ist dem Vertrag vom 16. September 1826 zu entnehmen, den Peter Schneekloth mit weiteren 6 Kieler Kollegen mit dem Magistrat der Stadt aushandelte. Diese Konzession galt jeweils für 10 Jahre und kostete pro Jahr 32 Reichsbanktaler Silbermünzen. In jener Konzession verpflichteten sich die Händler unter anderem ebenfalls, in „hiesig gestempelten“ – also geeichten – Maßen in der „von jeher gebräuchlichen Qualität“ auszuschenken. Damals gab es also schon gewisse Qualitätskontrollen, besser gesagt: Qualitätsverpflichtungen.
Die Anschrift Vorstadt 236 lag in der heutigen Holstenstraße 76, wo sich bis ca. 1995 die Buchhandlung Lipsius & Tischer befand, das heißt in etwa gegenüber dem heutigen Karstadt-Sporthaus.
Bereits 1821 expandierte Peter Schneekloth, indem er am Alten Markt / Ecke Dänische Straße die damals bedeutende Gastwirtschaft Jordan übernahm, sicherlich auch deshalb, weil hier im dazugehörigen Tanzsaal guter Getränkeabsatz lockte.
Daneben war er auch als Vater erfolgreich, denn seine Frau Catharina (geb. Wiese) schenkte ihm immerhin 7 Kinder. Der Erstgeborene Adam und der Drittgeborene Christian Hans Samuel waren anscheinend besonders tüchtig. 1844 wird Sohn Adam im „Kieler Adressbuch“ als französischer Konsul neben seinem Vater aufgeführt. 1852 (und damit 8 Jahre nach dem Tod von Peter Schneekloth) erschienen dort auch der Sohn Christian und der Firmenname wurde von „P. Schneekloth“ auf „P. Schneekloth Söhne“ geändert.
Die Generationsübergänge bis zum letzten namensgleichen Inhaber der Firma P. Schneekloth Söhne, Carl Schneekloth, sind nicht eindeutig zu ermitteln.
Es ist aber bekannt, dass Carl Schneekloth ebenfalls ein tüchtiger Unternehmer und gleichzeitig spanischer Konsul war. Er heiratete eine musikalisch genial begabte Pastorentochter aus Aarhus / Dänemark. Sie hatten, wie uns übermittelt ist, 5 bildhübsche Töchter, die im kulturell ambitionierten Elternhaus in Düsternbrook groß wurden und alle „sehr interessante“(!) Männer ehelichten.
Es mag ein Zeichen der Zeit gewesen sein, dass man eine Tochter nicht dafür vorsah oder ihr nicht zumuten mochte, die Firmennachfolge anzutreten. Es muss vor dem Jahr 1913 gewesen sein, als der Kieler Weingroßhändler und Spirituosenfabrikant Ernst Nehve (gegründet 1872), damals ansässig am Alten Markt, die Firma Schneekloth Söhne gekauft hat. Allerdings wurde die Firma Nehve 1950 aufgegeben und verkaufte per 1. Februar 1950 die Firma P. Schneekloth Söhne an Hermann Langness (1892 – 1964), der nach dem Umzug aus dem Bartels-Langness-Speicher (heute Sartori & Berger) in das neue nördliche Gewerbegebiet Kiels an der Alten Weide im Jahr 1938 gezogen war und hier den Großhandelsbetrieb total neu aufbaute. Dabei wurden in den umfangreichen Kellerräumen auch die Bartels-Langness-Weinkellerei und die Spirituosenfabrik Siebenmärker (heute: Kieler Spirituosenmanufaktur) wieder großzügig installiert. 1944 / 45 fiel der gesamte Betrieb den Großangriffen feindlicher Bomber zum Opfer. Schlusspunkt war der 3. April – kurz vor Kriegsende – im Jahr 1945, als mit Einschlag von 12 schweren Sprengbomben und einer großen Zahl von Brandbomben der gesamte Betrieb bis auf die Grundmauern abbrannte.
Nach dem Wiederaufbau wurde stets an der Professionalität, der Auswahl und der sorgfältigen Behandlung der Weine gearbeitet. Der erste Werbespruch nach dem Wiederaufbau lautete:
„Hast Du Gäste, dann verwöhne sie mit Wein von Schneekloth Söhne.“
Der Sohn Fritz Langness (1924 - 2007) forcierte weiterhin den Qualitätsanspruch und die technische Ausstattung der Weinkellerei P. Schneekloth Söhne. Es gelang ihm, die Beziehungen zu den Anbaugebieten zu vertiefen und so ging er 1973 eine enge Partnerschaft mit dem edlen Anbaugebiet Rheingau und dem dort renommierten Erzeuger „Schloss Johannisberg“ mit seinem angegliederten Mumm’schen Weingut durch Errichtung eines dort ansässigen Einkaufsbüros ein.
Die Weinkellerei P. Schneekloth Söhne hat heute mit Sicherheit den bisher höchsten Qualitätsstandard ihrer Geschichte erreicht. Es werden nahezu 1000 Weine aus aller Herren Länder von verschiedenen, exzellent ausgebildeten Spezialisten ausgesucht und importiert. Weiterhin stehen der Schneekloth-Weinkellerei in Kiel heute 2.900 m² Lager- und Produktionsfläche zur Verfügung. Hier werden jährlich über 2,0 Mio. Flaschen Wein aus verschiedenen Anbaugebieten der Welt abgefüllt. Es steht in Kiel ein Fasslager für 200.000 Liter Wein zur Verfügung.
Wie umständlich das Genehmigungsverfahren für Weinanbau zu Zeiten des gemeinsamen Europas sein würde, hätte sich Peter Schneekloth im Jahre 1816 beileibe nicht vorstellen können. Die Weinkellerei P. Schneekloth Söhne war der Initiator und Auslöser für den seit 2008 offiziell genehmigten Weinanbau in Schleswig-Holstein.
Schneekloth-Weine sind heute bei den norddeutschen CITTI-Märkten, bei famila-Warenhäusern (Famila Nordost), MARKANT-Märkten und bei ausgesuchten privaten Lebensmittelhändlern zu finden. Das Internetgeschäft unter www.schneekloth.de gewinnt gegenwärtig sprunghaft an Bedeutung, denn es hat sich herumgesprochen, dass das Preis- / Leistungsverhältnis von Schneekloth-Weinen erstklassig und absolut vertrauenswürdig ist.
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